Alchemie

Das weiche Fleisch
der Margarinen.

Über Sonja Alhäuser.

Sonja Alhäuser: Lehnendes Hallo II. Ziehmargarine, beleuchtete Kühlvitrine, 37 x 42 x 80 cm, 2010. Foto: Fabian Georgi

Über Zeugung und Verspeisung von Kunstkörpern in den Arbeiten von Sonja Alhäuser.

In Kühlvitrinen werden sie gelagert: die Butterkörper und Margarinenleiber. Gut, schon beinahe grell ausgeleuchtet hinter Glas. Lehnendes Hallo und Das kleine Willkommen sind ihre Namen. Bezaubernd schön in ihrer buttrigen Nacktheit bleibt ihr gehärtetes Fleisch dem Zugriff und Tastsinn entzogen. Die von Sonja Alhäuser aus dem fettigen Grundnahrungsstoff geformten Geschöpfe sind gefangen in der Blickfalle ihrer Schaukästen. Unbekümmert, teils übermütig und wie trunken von ihrem selbstbezüglichen Spiel toben und tollen sie in barocker Paraphrase durch die Enge der gläsernen Zellen.

weiterlesen ...

Rohkunstbau.

Ein Besuch bei der bukolischen
Postavantgarde.

Mariana Vassileva: Accelerator, 2011 Lichtobjekt, Stahl, Mikrofon, Bugatti-Motor, Verstärker, Lautsprecher / Lightobject, steel, microphone, loudspeakers, amplifier Größe variabel / dimensions variable Ausstellungsansicht / installation view: Schloss Marquardt / Potsdam Fotograf / photo: Sven Grünwitzky © Mariana Vassileva

Zum XVIII. Rohkunstbau-Kunstfestival im Schloss Marquardt ⎜Berlin-Potsdam (1.07. bis 11.09.2011)

Bukolische Szenen sind urbane Gegenprojekte. Draussen an der Sonne, auf dem Land, am See, findet sich der Metropolenmensch schnell unter seinesgleichen wieder, immer auf der Suche nach geeignetem Erholungsraum. Eine feinere Mischung als der alljährlich wiederkehrende sommerliche Trip an den Schlänitzsee bei Potsdam ist da nur schwer vorstellbar. Nunmehr im dritten Jahr schon residiert dort, auf Schloss Marquardt, inmitten eines nach Plänen von Peter Joseph Lenné entstandenen englischen Gartens, das kleine, aber immer intensive Kunstfestival Rohkunstbau.

weiterlesen ...