Architektur

Zephir.
Victor Man
verfinstert
die KunstHalle.

Der Maler Victor Man
in der KunstHalle Deutsche Bank.
Nun im Haus der Kunst München
24. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

Victor Man: The Chandler, 2013 © Courtesy of the artist and Galerie Neu, Berlin / Photo: Mathias Schormann

Seine Malerei kommt aus dem Dunkeln. Wie aus der Zeit gefallene Fragmente hängen die öligen Schinken an den Wänden. Zumeist in monochromen Flächen, aus deren tiefgrauen Schatten sich Gestalten schälen. Figuren wie Marmor, wie aus schimmerndem Stein, voller Schwere des Körperlichen. Ein abgeschlagener Kopf ruht im Schoss einer Frau, in trotz allem lockerem Pinselschlag legen sich Faltenwürfe übereinander. Mit der Ruhe einer neoklassischen Peinture ordnet Victor Man Licht und Schattenmassen zu rhythmischen Tuchlagen, faltet aus den Tiefebenen der Malerei Gebirge aus Stoff auf.

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Rapunzel
und
das Phantasma
der Türme.

Macht. Wahn. Vision. Rapunzel & Co.
Von Türmen & Menschen in der Kunst.
Arp Museum Rolandseck / Remagen
6. April bis 31. August 2014

Ausstellungsansicht Arp Museum / James Lee Byars The Golden Tower, 1982-1992 / Foto: Mick Vincenz

Macht. Wahn. Vision. Rapunzel & Co. Von Türmen & Menschen in der Kunst. Arp Museum Remhagen / 6. April bis 31. August 2014
Der Turm. Leuchtturm. Wachturm. Flakturm und Fernsehturm. Das Turmhaus, die Straße, der Glockenturm. Hohe Türme und schiefe Türme. Aus Stein und Elfenbein. Der Turmbau zu Babel und die Standhaftigkeit der heiligen Barbara. Menschentürme, vielleicht. Vom türlosen Turmzimmer erzählt ein Märchen. Die Türme der Menschheit: sie sind verschieden, aber regelmäßig erektiv.

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Katholische Küsse

"Leiblichkeit und Sexualität"
in der Votivkirche / Wien
25. April bis 15. Juni 2014

Anders Krisár: Birth of us (Boy), 2006-07

In der Wiener Votivkirche wurde vergangene Woche die Ausstellung „Leiblichkeit und Sexualität“ von Francesca von Habsburg-Lothringen geb. Thyssen-Bornemisza – ehemaliges Londoner It-Girl, heute Kunstexpertin, Sammlerin und Kuratorin der väterlichen Kunstsammlung – unter dem Ehrenschutz von Bundesminster Ostermeyer und der Schirmherrschaft von Kardinal Schönborn eröffnet. Die vom Verein “Kunstglaube” initiierte Ausstellung präsentiert zeitgenössische Meisterwerke international bekannter Künstler in der einzigartigen Atmosphäre der Votivkirche. Kuratiert von David Rastas und seelsorgerisch begleitet vom Legionär Christi Pater George Elsbett will die Ausstellung den Dialog zwischen zeitgenössischen Kunstwerken von u. a. Damien Hirst, Takashi Murakami, Doug Aitken, Matt Collishaw, Erwin Wurm, Joseph Beuys und der von unserem heiligen polnischen Papst Johannes Paul II. entwickelten ‘Theologie des Leibes’ fördern. Krone, Kunst und Kirche vereint unter dem himmlischen Dach. Ein Kommentar.

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Tobias Rehberger.
Home and Away
and Outside.

✶ Ausstellungstipp ✶
Schirn Kunsthalle Frankfurt.
21. Februar - 11. Mai 2014

Tobias Rehberger. Home and Away and Outside Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2014 Foto: Norbert Miguletz

“Wenn man die Welt im Vor- und auch im Hinterzimmer ordentlich gestapelt hat, ist es sehr hilfreich, wenn einem beim Umstapeln etwas geholfen wird, möglichst so, daß einem der Bettvorleger zum Tiger wird” (Tobias Rehberger) Die Schirn Frankfurt präsentiert vom 21. Februar bis zum 11. Mai 2014 in einer von Tobias Rehberger aufwendig gestalteten Ausstellungsarchitektur […]

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All images
are wrong.

Video Talks #1. Keystone.
13 questions for Constantin Hartenstein.

Vorschaubild-001_Keystone-Hartenstein

Neue Positionen der Videokunst. Video + Interview.
Der Multimedia-Künstler Clemens Wilhelm stellt zum Auftakt der Serie “Video Talks” das Video KEYSTONE (HD Videoinstallation, New York 2012) des in New York lebenden Berliner Videokünstlers Constantin Hartenstein vor. Für unser Magazin hat er Constantin Hartenstein 13 Fragen zu KEYSTONE und zu den Reaktionen in den USA auf die Präsentation der Videoinstallation gestellt. Nach und nach rückt das Falsche der Bilder in den Blick …

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Wohnwabe
als Photomodell.

Hein Spellmann - hybride Stadtplastik.

Hein Spellmann: Fassade 179, 2012

Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen. Neunzig Jahre nachdem Le Corbusier mit dem beiläufig erfolgten Begriffsentwurf der Wohnmaschine die funktionelle Neuordnung urbanen (Über-)Lebens umriß, hat sich seine Wortneuschöpfung zu einer Generalmetapher der Ambivalenz städtischer Funktionalisierungsprozesse verselbständigt. Unüberhörbar scheint uns in diesem Zusammenschluß heute das Entmenschlichte der Apparatur auf. Dagegen ist der euphorische Gestus, wachsendem Wohnraumbedarf mit entschiedener Raumeffizienz und der beschleunigten Mobilisierung des Lebens mit gebauten Utopien zu antworten, abgekühlt, wenn nicht erloschen. Irgendwann war die Utopie mobiler Ortlosigkeit in eine Trostlosigkeit realer Immobilien übergegangen. Alexander Mitscherlich hatte mitten im betonwütigen Wiederaufbau der kriegsbedingt bauflächenreichen Bundesrepublik schon 1965 die Unwirtlichkeit unserer Städte beklagt. Und in Bezug auf den industrialisierten Städtebau des sozialistischen Wohnungsbauprogramms – kurz der Platte – sprach Heiner Müller in unübertroffener lakonischer Schärfe von Fickzellen mit Fernheizung.

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Das Passe-Partout der Malerei

Über Pius Fox.

Pius Fox, Eingang, 24 x 17 cm, Öl auf Papier, 2011

Malerei ist keine Selbstverständlichkeit. Und sie ist, obgleich phasenweise von exzentrischen Beschleunigungsversuchen durchzuckt, ein unendlich langsames Medium. Und das nicht allein aufgrund ihres Alters. Anders als die Photographie stellt die Malerei die Simultanität ihrer Bildlichkeit in gedehnten Prozeduren, im vergleichsweise mühsamen Neben- und Übereinandersetzen der Farbe her. Ihr simultanes Bildergebnis ist ein sukzessiv entstandenes; ihre bildgebende Entstehungsgeschichte von vergehender Zeit und verworfenen Absichten durchkreuzt. Sie berichtet, selbst wenn sie es nicht beabsichtigt, es leugnet oder gar gegenteiliges intendiert, immer etwas über den unsichtbar geführten Zusammenhang von Auge, Hand und Geist. Malerei handelt im Raum und auf der Fläche. Und in ihrer Geschichte wurden diese Bezugsgrößen oft produktiv im Angleichungsprozess zwischen Bild und Wirklichkeit vermählt.

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Land Art Biennale
Mongolia 360°

LAM 2012

mongolia

Abseits der gewohnten Routen und erschlossenen Territorien städtischer Kunst- und Lebenskultur fand in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal eine Biennale der anderen Art statt: die Land Art Biennale Mongolia 360°. Einen abgelegeneren und zugleich überraschenderen Ort für eine Kunstbiennale als die mongolische Wüste ist zunächst kaum vorstellbar.

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Im Fluss
der Dinge.

Zur Kunst von Thorsten Dittrich.

Thorsten Dittrich: Freigabe. Ölmalerei/ Zeichnung auf Papier und Leinwand.42x50cm, 2012

Wirft man einen chronologischen Blick auf die Werke von Thorsten Dittrich und betrachtet man sie in der Reihenfolge ihrer Entstehung, staunt man über ihre stetigen Wandlungen und Erneuerungen. Auch wenn Dittrich den Gattungen der Malerei und der Grafik treu geblieben ist (abgesehen von manchen seltenen Ausflügen zur Objektkunst) und zudem seriell arbeitet, auch wenn er bisher keinen abrupten, völlig unvorhersehbaren Wechsel in Themen oder Stil vorgenommen hat und auch wenn eine gleichbleibende Grundstimmung – analog zu einem bestimmenden Rhythmus – das junge Oeuvre durchzieht, hat sich das abgedeckte Spektrum seiner Kunst gerade in den letzten Jahren stark geöffnet und dehnt sich weiter proteisch aus.

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