Kunst in Berlin

Zephir.
Victor Man
verfinstert
die KunstHalle.

Der Maler Victor Man
in der KunstHalle Deutsche Bank.
Nun im Haus der Kunst München
24. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

Victor Man: The Chandler, 2013 © Courtesy of the artist and Galerie Neu, Berlin / Photo: Mathias Schormann

Seine Malerei kommt aus dem Dunkeln. Wie aus der Zeit gefallene Fragmente hängen die öligen Schinken an den Wänden. Zumeist in monochromen Flächen, aus deren tiefgrauen Schatten sich Gestalten schälen. Figuren wie Marmor, wie aus schimmerndem Stein, voller Schwere des Körperlichen. Ein abgeschlagener Kopf ruht im Schoss einer Frau, in trotz allem lockerem Pinselschlag legen sich Faltenwürfe übereinander. Mit der Ruhe einer neoklassischen Peinture ordnet Victor Man Licht und Schattenmassen zu rhythmischen Tuchlagen, faltet aus den Tiefebenen der Malerei Gebirge aus Stoff auf.

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lens-based
sculpture

Die Veränderung der Skulptur
durch die Fotografie.
AdK Berlin, 24. Januar bis 21. April 2014.

Giuseppe Penone: Geometria nelle mani – 4 aprile, 2004 (Detail) 15 Schwarzweißfotografien, jeweils 36,7 x 27,6 cm Konrad Fischer Galerie, Berlin, Foto © Archivio Penone © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Von Zeit zu Zeit gelingt es der Akademie der Künste herausragende Ausstellungen zu intermedialen künstlerischen Praktiken zu konzipieren. Vor einigen Jahren  beschäftigte sie sich in einer eindrucksvollen Ausstellung mit der Notation als Kalkül und Form in den Künsten. Nun präsentiert sie in den Ausstellungsräumen im Hanseatenweg eine konzentrierte Schau zur neueren Geschichte der Skulptur, die […]

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I want to
see them cry.

Video Talks #2.
Julia Charlotte Richter
Promised Land

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I don‘t think I have ever seen a film scene with so many men crying together in one room. How did you get to this image?
An important aspect in my body of work is the prospect of one’s future and the condition of the society one is born into. Each of my videos focusses on a certain social group or peer group. Lately, I was thinking about the financial catastrophes and about the people behind all that. This is one reason why I became interested in the image of business men. The characters in my video are at an age that still allows a lot of growth and development –there is “a lot of future” – and in their careers they might reach much higher positions.

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Paperworlds.

Kinder- und Jugendzeichnungen
zeitgenössischer Künstler.
me Collectors Room Berlin 21.01. - 6. 04. 2014.

Michael Kunze (*1961), D, Perry Phodan Weltraumkampf, 1972, 11 Jahre/years, Bleistift, Buntstift, Filzstift auf Papier/pencil, crayon, felt pen on paper, 41,5 x 56,5 cm Rückseitig vom Künstler beschriftet/inscribed on the back by the artist: „Michael Kunze 11 Jahre, Perry Phodan Weltraumkampf“, Courtesy Michael Kunze

✶ Ausstellungstipp ✶ “Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.” Pablo Picasso Auf der Suche nach starken und unmittelbaren Bildimpulsen, ursprünglicher Kreativität und Direktheit des visuellen Ausdrucks zeigte sich die Avantgarde schon Anfang des Jahrhunderts von der Kreativität des Kindes fasziniert. Chagall, Klee, Picasso nutzten neben der […]

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Herr Slominski
und sein Verkehr
mit Brecht.

Andreas Slominski. Über die Freundschaft.

Andreas Slominski, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2013 © Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe

Frisch gekürt zum Hannah-Höch-Preisträger 2013 stellt Andreas Slominski im Neuen Berliner Kunstverein aus, bezieht sich dabei auf den alten Proletarierrecken Brecht und dilettiert mit einem Berliner Gargagenensemble ganz nebenbei als scheinheiliger Ironiker über ein menschliches Grundthema, das von Seneca bis Montaigne, von Plato bis Derrida vermutlich nicht nur Philosophen bewegt und bewegte: über die Freundschaft. […]

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Wohnwabe
als Photomodell.

Hein Spellmann - hybride Stadtplastik.

Hein Spellmann: Fassade 179, 2012

Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen. Neunzig Jahre nachdem Le Corbusier mit dem beiläufig erfolgten Begriffsentwurf der Wohnmaschine die funktionelle Neuordnung urbanen (Über-)Lebens umriß, hat sich seine Wortneuschöpfung zu einer Generalmetapher der Ambivalenz städtischer Funktionalisierungsprozesse verselbständigt. Unüberhörbar scheint uns in diesem Zusammenschluß heute das Entmenschlichte der Apparatur auf. Dagegen ist der euphorische Gestus, wachsendem Wohnraumbedarf mit entschiedener Raumeffizienz und der beschleunigten Mobilisierung des Lebens mit gebauten Utopien zu antworten, abgekühlt, wenn nicht erloschen. Irgendwann war die Utopie mobiler Ortlosigkeit in eine Trostlosigkeit realer Immobilien übergegangen. Alexander Mitscherlich hatte mitten im betonwütigen Wiederaufbau der kriegsbedingt bauflächenreichen Bundesrepublik schon 1965 die Unwirtlichkeit unserer Städte beklagt. Und in Bezug auf den industrialisierten Städtebau des sozialistischen Wohnungsbauprogramms – kurz der Platte – sprach Heiner Müller in unübertroffener lakonischer Schärfe von Fickzellen mit Fernheizung.

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