Kunst in Berlin

Fenster
zum Dunklen

Steven Black
in der Galerie Alexandra Saheb.

Steven Black: SB 2012.02, Öl auf Leinwand, 110 x 170 cm / Galerie Alexandra Saheb, Berlin

Dicht an dicht hängen die Bilder. Draussen der späte, erste Schnee des Winters. Es ist kalt geworden. Und der Blick aus den großen Scheiben hinaus in den Innenhof verliert sich in der Nacht. Noch wandern nicht allzu viele Besucher durch die hellen Räume. Sie stehen allein, zu zweit, zu dritt. Unterhalten sich, stehen beisammen, schweigen vielleicht. Suchen nach einer Ordnung, nach einem Halt, nach ihrem Platz im Raum. Einige Besucher führen ein zweites Leben auf der Leinwand. Manche vervielfältigen sich sogar in den an den Wänden hängenden Bildinnenräumen. Die Szenen und Sphären durchdringen sich. Messen wir die Welt längst an den Ähnlichkeiten, die sie mit den Bildern hat, wie ein Großmeister der Kunstgeschichte behauptet?

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Das weiche Fleisch
der Margarinen.

Über Sonja Alhäuser.

Sonja Alhäuser: Lehnendes Hallo II. Ziehmargarine, beleuchtete Kühlvitrine, 37 x 42 x 80 cm, 2010. Foto: Fabian Georgi

Über Zeugung und Verspeisung von Kunstkörpern in den Arbeiten von Sonja Alhäuser.

In Kühlvitrinen werden sie gelagert: die Butterkörper und Margarinenleiber. Gut, schon beinahe grell ausgeleuchtet hinter Glas. Lehnendes Hallo und Das kleine Willkommen sind ihre Namen. Bezaubernd schön in ihrer buttrigen Nacktheit bleibt ihr gehärtetes Fleisch dem Zugriff und Tastsinn entzogen. Die von Sonja Alhäuser aus dem fettigen Grundnahrungsstoff geformten Geschöpfe sind gefangen in der Blickfalle ihrer Schaukästen. Unbekümmert, teils übermütig und wie trunken von ihrem selbstbezüglichen Spiel toben und tollen sie in barocker Paraphrase durch die Enge der gläsernen Zellen.

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Retroskulptur.

Im Modellbaukasten der Abstraktion.

Thomas Kiesewetter: Taumel, 2010 / Metallblech, Plastik, Stahl, Sprühfarbe, 68 x 70 x 75 cm, © Foto: Jochen Littkemann, Courtesy: Contemporary Fine Arts Galerie GmbH

Essay zu zeitgenössischer Skulptur und Abstraktion anläßlich der Ausstellung “Abstrakt //// Skulptur” im Georg-Kolbe-Museum / Berlin (26.06. – 04.09.2011).

Fast schon im märkischen Sand, aber noch unter den hohen Kiefern des Grunewalds versammelt das Kolbe-Museum derzeit in den ehemaligen Ateliers des Berliner Bildhauers eine seltene Schau zur Abstraktion in der zeitgenössischen Skulptur. Abstraktion, man erinnert sich nur noch vage, war einst eine Reizvokabel, und für manches kunstferne ästhetische Urteil mag sie dies möglicherweise noch immer sein.

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Rohkunstbau.

Ein Besuch bei der bukolischen
Postavantgarde.

Mariana Vassileva: Accelerator, 2011 Lichtobjekt, Stahl, Mikrofon, Bugatti-Motor, Verstärker, Lautsprecher / Lightobject, steel, microphone, loudspeakers, amplifier Größe variabel / dimensions variable Ausstellungsansicht / installation view: Schloss Marquardt / Potsdam Fotograf / photo: Sven Grünwitzky © Mariana Vassileva

Zum XVIII. Rohkunstbau-Kunstfestival im Schloss Marquardt ⎜Berlin-Potsdam (1.07. bis 11.09.2011)

Bukolische Szenen sind urbane Gegenprojekte. Draussen an der Sonne, auf dem Land, am See, findet sich der Metropolenmensch schnell unter seinesgleichen wieder, immer auf der Suche nach geeignetem Erholungsraum. Eine feinere Mischung als der alljährlich wiederkehrende sommerliche Trip an den Schlänitzsee bei Potsdam ist da nur schwer vorstellbar. Nunmehr im dritten Jahr schon residiert dort, auf Schloss Marquardt, inmitten eines nach Plänen von Peter Joseph Lenné entstandenen englischen Gartens, das kleine, aber immer intensive Kunstfestival Rohkunstbau.

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Aufzeichnungen
aus dem
Friedrichshainer
Gehäuse.

Zu Besuch bei Falk Nordmann.

Falk Nordmann: behau_ptung_sung. schwarze kreide & asche auf papier, 147×112 cm, 2010

In der Zirkulation der Bilder und Zeichen, im Strom der Texte und Symbole ist kein Anfang in Sicht. In immer neuer Gestalt weisen sie hin und her und zeigen ihre Schatten, aus deren derben Flecken der Umriss kommender Zeichnung wuchert. In der Nähe dieser Zeichnung liegen Höhle und Häutung, liegen Gärungsbuchten. Ein wieder und wieder gewendetes Spiel aus Impulsen, Umwegen und Sendungen. In den Hirnrinden und auf dem Papier.

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