Kurator

Der dicke
Mann ist weg.

Über Videokunst
und den Rest der Welt.

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Ein weitführendes Gespräch von Sven Grünwitzky und Clemens Wilhelm über Videokunst und den Rest der Welt. Es geht um alles. Unter anderem um die Geburtsstunde der Videokunst, visuelle Technologien, Bewusstseinsmaschinen, Ornithologie und schräge Vögel, Medialität, Körper, Krieg, Pornoindustrie und Kunst, Aufmerksamkeitspotenziale, Konsum, Werbung, Fernsehen als Waffe, digitale Revolution, Internet, NSA-Affäre, Wirklichkeitswahrnehmung, Kapitalismus, Öffentlichkeit und Privatsphäre, politische Kunst, DAS DA DRAUSSEN, Mainstreeming, das Neue, Form, Immaterialität, Ortlosigkeit der Bilder, Bewußtsein, Realitätsempfinden, Selfies, Kino, Ästhetizismus, Theorie und Kunst, Malerei und Videokunst, Kunstpräsentation und Betrachter, Glotzen, Beschleunigung, Manipulation, den Dalai Lama und Werner Herzog, Sex und Krieg, Gier und Geld, Fetische, Körperlosigkeit und Humor

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Wucherungen
& Biomorphosen

Ein 'kuratierter Raum'
im Kunstnetzwerk qjubes.

Angelika Arendt: o. T., Modelliermasse, 2011

Eine lockere Zusammenstellung wuchernder Biomorphosen in Zeichnung, Malerei und Skulptur. Eigenwillig-eigengesetzliche Kunstgebilde scheinen sich zu mehren, zu wachsen, zu wuchern – neue Spezies, die ikonotaxonomisch an Wurzelgeflechte, Schwämme, Flechten, Myzele oder Amöben erinnern. Materialisierungen von Sloterdijkschen Schäumen, Deleuzeschen Rhizomen oder Bourriaudschen Radikanten?

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Entweder / Oder

Kierkegaard
im Spiegel zeitgenössischer Kunst.

Tal R: Clowns, 2008, Courtesy: Paradis, Foto: Léa Nielsen

Zur Ausstellung “Entweder/Oder” im Haus am Waldsee / Berlin (22. 06. bis 22. 09. 2013)

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Über Jahre schon behauptet das klangvolle Haus am Waldsee seine abgelegene Position als Angelpunkt und Anlegesteg für ausgewählte Präsentationen zeitgenössischer Kunst. Nun verbindet sich diese eremitäre Waldständigkeit des Hauses, das mit seiner peripheren und halbidyllischen Lage Weltabgewandtheit – sagen wir einmal – zumindestens andeutet, thematisch mit einem philosophierenden Zivilisationsasketen und menschlichen Randlagenbeobachter erster Ordnung, mit dem Vater aller theoriebasierten Existenzgründungen: Sören Kierkegaard. Zu dessen 200. Geburtstag nämlich sucht die dänische Kuratorin Solvey Helweg Olsen im Zehlendorfer Ausstellungshaus nach Spiegelungen seines Schreibens in der Gegenwartskunst. Ausschweifend, weltgetränkt und fremdbestimmt. Genusssüchtig und so den zufälligen Tänzen des Unmittelbaren ausgeliefert, treibt er rückhaltlos im Strom des Sinnlichen.

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Stimmritze und Schreibmaschine

Henri Chopin bei Supportico Lopez.

Henri Chopin: La Crevette Amoureuse. Ausstellungsansicht © Supportico Lopez, Berlin.

2008 verstarb der französische Pionier der Lautpoesie Henri Chopin. Im gleichen Jahr zog es das von zwei Künstlern und einem Kurator initiierte Galerieprojekt Supportico Lopez von Neapel nach Berlin Kreuzberg. Seit nicht einmal einem Jahr bespielen diese ihre neuen Räumlichkeiten in Schöneberg, wo sie nun den kaum bekannten Körperstimmenforscher in einer großartige Ausstellung präsentieren: als […]

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Land Art Biennale
Mongolia 360°

LAM 2012

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Abseits der gewohnten Routen und erschlossenen Territorien städtischer Kunst- und Lebenskultur fand in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal eine Biennale der anderen Art statt: die Land Art Biennale Mongolia 360°. Einen abgelegeneren und zugleich überraschenderen Ort für eine Kunstbiennale als die mongolische Wüste ist zunächst kaum vorstellbar.

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Vergiss die Angst!

Occupy & die Wut im Bauch der KunstWerke.
Ein Nachruf auf die 7. Berlin Biennale 2012.

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Schon die letzte, von Kathrin Rhomberg vor zwei Jahren kuratierte Berlin Biennale hatte sich an dem versucht, was draußen wartet. Getragen von einer neugierig gestimmten Sehnsucht nach Wirklichkeit eröffnete dieser tastende Versuch, aus einem als selbstbezüglich vermuteten Kunstsystem herauszutreten, seinerzeit die Frage, ob sich inmitten der Bildmächtigkeit und Bilderfülle, die unsere Medien unablässig produzieren, Wirklichkeit und ein kritischer Blick auf die Verhältnisse, die sie begründen, überhaupt noch herstellen lasse.

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Retroskulptur.

Im Modellbaukasten der Abstraktion.

Thomas Kiesewetter: Taumel, 2010 / Metallblech, Plastik, Stahl, Sprühfarbe, 68 x 70 x 75 cm, © Foto: Jochen Littkemann, Courtesy: Contemporary Fine Arts Galerie GmbH

Essay zu zeitgenössischer Skulptur und Abstraktion anläßlich der Ausstellung “Abstrakt //// Skulptur” im Georg-Kolbe-Museum / Berlin (26.06. – 04.09.2011).

Fast schon im märkischen Sand, aber noch unter den hohen Kiefern des Grunewalds versammelt das Kolbe-Museum derzeit in den ehemaligen Ateliers des Berliner Bildhauers eine seltene Schau zur Abstraktion in der zeitgenössischen Skulptur. Abstraktion, man erinnert sich nur noch vage, war einst eine Reizvokabel, und für manches kunstferne ästhetische Urteil mag sie dies möglicherweise noch immer sein.

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Rohkunstbau.

Ein Besuch bei der bukolischen
Postavantgarde.

Mariana Vassileva: Accelerator, 2011 Lichtobjekt, Stahl, Mikrofon, Bugatti-Motor, Verstärker, Lautsprecher / Lightobject, steel, microphone, loudspeakers, amplifier Größe variabel / dimensions variable Ausstellungsansicht / installation view: Schloss Marquardt / Potsdam Fotograf / photo: Sven Grünwitzky © Mariana Vassileva

Zum XVIII. Rohkunstbau-Kunstfestival im Schloss Marquardt ⎜Berlin-Potsdam (1.07. bis 11.09.2011)

Bukolische Szenen sind urbane Gegenprojekte. Draussen an der Sonne, auf dem Land, am See, findet sich der Metropolenmensch schnell unter seinesgleichen wieder, immer auf der Suche nach geeignetem Erholungsraum. Eine feinere Mischung als der alljährlich wiederkehrende sommerliche Trip an den Schlänitzsee bei Potsdam ist da nur schwer vorstellbar. Nunmehr im dritten Jahr schon residiert dort, auf Schloss Marquardt, inmitten eines nach Plänen von Peter Joseph Lenné entstandenen englischen Gartens, das kleine, aber immer intensive Kunstfestival Rohkunstbau.

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