Opfer

Zephir.
Victor Man
verfinstert
die KunstHalle.

Der Maler Victor Man
in der KunstHalle Deutsche Bank.
Nun im Haus der Kunst München
24. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

Victor Man: The Chandler, 2013 © Courtesy of the artist and Galerie Neu, Berlin / Photo: Mathias Schormann

Seine Malerei kommt aus dem Dunkeln. Wie aus der Zeit gefallene Fragmente hängen die öligen Schinken an den Wänden. Zumeist in monochromen Flächen, aus deren tiefgrauen Schatten sich Gestalten schälen. Figuren wie Marmor, wie aus schimmerndem Stein, voller Schwere des Körperlichen. Ein abgeschlagener Kopf ruht im Schoss einer Frau, in trotz allem lockerem Pinselschlag legen sich Faltenwürfe übereinander. Mit der Ruhe einer neoklassischen Peinture ordnet Victor Man Licht und Schattenmassen zu rhythmischen Tuchlagen, faltet aus den Tiefebenen der Malerei Gebirge aus Stoff auf.

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Katholische Küsse

"Leiblichkeit und Sexualität"
in der Votivkirche / Wien
25. April bis 15. Juni 2014

Anders Krisár: Birth of us (Boy), 2006-07

In der Wiener Votivkirche wurde vergangene Woche die Ausstellung „Leiblichkeit und Sexualität“ von Francesca von Habsburg-Lothringen geb. Thyssen-Bornemisza – ehemaliges Londoner It-Girl, heute Kunstexpertin, Sammlerin und Kuratorin der väterlichen Kunstsammlung – unter dem Ehrenschutz von Bundesminster Ostermeyer und der Schirmherrschaft von Kardinal Schönborn eröffnet. Die vom Verein “Kunstglaube” initiierte Ausstellung präsentiert zeitgenössische Meisterwerke international bekannter Künstler in der einzigartigen Atmosphäre der Votivkirche. Kuratiert von David Rastas und seelsorgerisch begleitet vom Legionär Christi Pater George Elsbett will die Ausstellung den Dialog zwischen zeitgenössischen Kunstwerken von u. a. Damien Hirst, Takashi Murakami, Doug Aitken, Matt Collishaw, Erwin Wurm, Joseph Beuys und der von unserem heiligen polnischen Papst Johannes Paul II. entwickelten ‘Theologie des Leibes’ fördern. Krone, Kunst und Kirche vereint unter dem himmlischen Dach. Ein Kommentar.

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Das weiche Fleisch
der Margarinen.

Über Sonja Alhäuser.

Sonja Alhäuser: Lehnendes Hallo II. Ziehmargarine, beleuchtete Kühlvitrine, 37 x 42 x 80 cm, 2010. Foto: Fabian Georgi

Über Zeugung und Verspeisung von Kunstkörpern in den Arbeiten von Sonja Alhäuser.

In Kühlvitrinen werden sie gelagert: die Butterkörper und Margarinenleiber. Gut, schon beinahe grell ausgeleuchtet hinter Glas. Lehnendes Hallo und Das kleine Willkommen sind ihre Namen. Bezaubernd schön in ihrer buttrigen Nacktheit bleibt ihr gehärtetes Fleisch dem Zugriff und Tastsinn entzogen. Die von Sonja Alhäuser aus dem fettigen Grundnahrungsstoff geformten Geschöpfe sind gefangen in der Blickfalle ihrer Schaukästen. Unbekümmert, teils übermütig und wie trunken von ihrem selbstbezüglichen Spiel toben und tollen sie in barocker Paraphrase durch die Enge der gläsernen Zellen.

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