Verkehr

Herr Slominski
und sein Verkehr
mit Brecht.

Andreas Slominski. Über die Freundschaft.

Andreas Slominski, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2013 © Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe

Frisch gekürt zum Hannah-Höch-Preisträger 2013 stellt Andreas Slominski im Neuen Berliner Kunstverein aus, bezieht sich dabei auf den alten Proletarierrecken Brecht und dilettiert mit einem Berliner Gargagenensemble ganz nebenbei als scheinheiliger Ironiker über ein menschliches Grundthema, das von Seneca bis Montaigne, von Plato bis Derrida vermutlich nicht nur Philosophen bewegt und bewegte: über die Freundschaft. […]

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Wohnwabe
als Photomodell.

Hein Spellmann - hybride Stadtplastik.

Hein Spellmann: Fassade 179, 2012

Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen. Neunzig Jahre nachdem Le Corbusier mit dem beiläufig erfolgten Begriffsentwurf der Wohnmaschine die funktionelle Neuordnung urbanen (Über-)Lebens umriß, hat sich seine Wortneuschöpfung zu einer Generalmetapher der Ambivalenz städtischer Funktionalisierungsprozesse verselbständigt. Unüberhörbar scheint uns in diesem Zusammenschluß heute das Entmenschlichte der Apparatur auf. Dagegen ist der euphorische Gestus, wachsendem Wohnraumbedarf mit entschiedener Raumeffizienz und der beschleunigten Mobilisierung des Lebens mit gebauten Utopien zu antworten, abgekühlt, wenn nicht erloschen. Irgendwann war die Utopie mobiler Ortlosigkeit in eine Trostlosigkeit realer Immobilien übergegangen. Alexander Mitscherlich hatte mitten im betonwütigen Wiederaufbau der kriegsbedingt bauflächenreichen Bundesrepublik schon 1965 die Unwirtlichkeit unserer Städte beklagt. Und in Bezug auf den industrialisierten Städtebau des sozialistischen Wohnungsbauprogramms – kurz der Platte – sprach Heiner Müller in unübertroffener lakonischer Schärfe von Fickzellen mit Fernheizung.

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